Bildqualität FZ1000 vs. Panasonic MFT-Sensor (GX7)

Da ich mir kürzlich eine Panasonic FZ1000 zugelegt habe, möchte ich hier ein paar Vergleichsbilder und Daten zur Verfügung stellen. Daraus ist eine kleine Art „Bridge vs MFT“ Vergleich bzw. Test geworden.

Ich habe die FZ1000 mit meiner vorhandenen Panasonic GX7 verglichen, welche ich mit Panasonic G Vario 12-35mm 2.8 X Objektiv und Olympus M.Zuiko 40-150mm 4.0-5.6 R ausgestattet habe. Das 12-35mm ist indiskutabel in allen Disziplinen – ein überaus erhabenes Premiumobjektiv, welches schon allein mehr kostet, als die gesamte FZ1000. Daher ist der Vergleich an dieser Stelle nicht unbedingt sehr fair. Das Olympus ist zwar ein günstiges Kitobjektiv, aber es ist dennoch sehr gut und hat ein extrem gutes Preis/Leistungsverhältnis – vor allem die Schärfe überzeugt. Zudem habe ich wohl ein sehr gutes Exemplar erwischt, denn meins ist wirklich rattenscharf.

Die FZ1000 hat es also nicht wirklich leicht gegen diese Kombination anzutreten, das nur zum Hintergrund.

Ich bin doch allgemein über die Qualität des 1″ Sensors der FZ1000 sehr erstaunt. Okay – so groß ist die Überraschung nicht mehr, da ich diesen Effekt bereits hatte, als ich von Nikon DX auf MFT umgestiegen bin. Es ist und bleibt nunmal so: die Sensorentwicklung ist seeehr weit vorangeschritten und somit sind auch kleine Sensoren heutzutage sehr gut in Rauschen, Schärfe, Farben, Dynamik, RAW-Möglichkeiten, etc. So sieht man im Vergleich sicher einen Unterschied, welcher aber je nach ISO und Ansichtsgröße nur gering ausfällt.

Dem Test hier habe ich noch ein paar Vergleichsbilder bezüglich des Bokehs beigelegt. Wen es interessiert, kann die sich ja auch anschauen. Ich habe die FZ1000 gegen 2 Sahne-MFT Optiken antreten lassen: Das Olympus 45mm 1.8 und das Voigtländer 42,5mm 0.95. Beide haben ein ausgezeichnetes und einzigartiges Bokeh; das Olympus wartet mit einer pefekt kreisrunden Bokehform und schönem Schmelz auf; das Voigtländer ebenso perfekt kreisrund, aber abgeblendet auch sehr schön vieleckig und mit noch mehr Sahne 😉 Die FZ hat es also nicht leicht, das Bokeh ist weder perfekt kreisrund an Offenblende, noch schmilzt es so dahin, wie das Voigtländer. Als Gesamtpaket kann es sich aber dennoch sehen lassen, finde ich.


 

Fazit


Als Fazit bleibt für mich zu sagen, dass ich im Rauschen ca. 1/3 bis 2/3 Blenden Unterschied sehe. Ab ISO 3200 ist die Körnung der FZ1000 für mich schon störend, sodass ich maximal bei ISO 1600 bleiben werde. Über ISO 3200 fällt die FZ1000 extrem ab und ist dann meiner Meinung nach nicht mehr nutzbar. Die GX7 nutze ich allerdings auch noch bei ISO3200 und zur Not geht auch noch ISO6400. Ich stelle die ISO immer nur in ganzen EV-Schritten ein (Bequemlichkeit/Schnelligkeit).

 



 

Die Schärfe der FZ1000 ist ein klein wenig schwächer, als meine GX7-Vergleichskombi, vor allem im Telebereich. Im Weitwinkelbereich und Normalbrennweitenbereich ist der Unterschied eher nur an den Rändern sichtbar, die Schärfe im Zentrum ist auf ähnlichem Niveau. Das hat micht sehr erstaunt. Außerdem neigt die FZ1000 etwas stärker zu CAs. Unterm Strich bleibt in Bildschirmansicht (FullHD) nicht mehr viel von den Unterschieden übrig, man erkennt sie fast nicht.

Auffällig ist jedoch die Vignette der FZ1000 im Bereich 25-28mm, welche teils störend werden kann und manchmal retuschiert werden muss. Da hat das 12-35mm natürlich keine Probleme.

Die Dynamik habe ich in RAW auch mal in Lightroom ausgereizt und +/- 4EV in den Tiefen und Lichtern gegeben. Ich konnte keine Auffälligkeiten und Unterschiede erkennen, woraus ich schließe, dass es in der Praxis nicht relevante Unterschiede geben wird.

Die Farbwiedergabe der FZ1000 ist im Vergleich zur GX7 anders. Meiner Meinung nach werden die Farben bei der FZ1000 etwas stärker verzogen, wenn man Bildschirm/Realität vergleicht. Das Grün verliert etwas an Lebendigkeit und ist eher grauer, Rot jedoch leuchtet etwas übertrieben und ist etwas satter, Blau hat einen etwas leichteren Magentastich. Das stört mich aber im Endeffekt nicht und ist für mich nicht so praxisrelevant, da eh jeder einen anderen Bildschirm hat.


 

 


hier gehts zu den Bildern (klick)


 

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4 Kommentare

  1. Hallo!
    Danke für en Vergleichstest. Wenn ich den Text richtig verstehe, dann ist die FZ 1000 gemessen an der Leistung und dem Preis der GX7 mit dem 12-35mm Objektiv, vor zu ziehen. Habe ich das richtig verstanden?
    Freundliche Grüße
    Markus neuhaus

    1. Hallo Markus, das muss jeder selbst abwägen. Das 12-35mm ist auf jeden Fall mit der GX7 die qualitativ hochwertigere Kombination, aber teurer. Erst Recht, wenn man die Tele/Makroleistung der FZ1000 braucht, denn dazu sind weitere Objektive notwendig. Die FZ1000 leistet aber vergleichbar gute Ergebnisse und steht dem 12-35 nicht so weit hinterher. Das sage ich aus Fotografensicht, Pixelpeeper sehen das sicher anders. Der Unterschied ist wirklich nicht sehr groß, stören könnte einzigst die Vignette an 25mm (KB) der FZ1000.

  2. Hallo Roy! Danke für die Antwort. Da bricht ja mein Weltbild zusammen. Bisher dachte ich immer, dass bei Bridge Kameras so viele Komprmise gemacht werden müssen, dass man sie für ernsthafte Fotos nicht brauchen kann. Mein bevorzugter Brennweitenbereich ist mittlerweile bei 28-85mm(KB) angekommen. Damit mache ich fast alles. Ein 18er oder 20er Festbrennweite wäre allerdings nicht schlecht. Mehr brauche ich nicht. Mir würde die GX8 o.ä. reichen.

    1. Ja, man kann durchaus sagen, dass Bridgekameras, wie die FZ1000 oder Sony RX10 für ernsthafte Fotografie zu gebrauchen sind. Sogar sehr gut! Nicht umsonst lassen sich die Kameras nicht anders bedienen als jene Spiegelreflex- und (spiegellosen) Systemkameras. Durch die hochwertigen und lichstarken Optiken (Leica, Zeiss…) und den noch ausreichend großen und aktuellen 1″-Sensor haben sie aber den Meisten Superzoombridgekameras einiges voraus. Vor allem auch denen alter Generationen, wo die Sensorentwicklung noch nicht so weit war und somit die Bildqualität tatsächlich noch weit von Spiegelreflex- und (sl.) Systemkameras entfernt war. Man kann die Hersteller also für die Sensorentwicklung bewundern und sich bedanken, dass sie auch Optiken und Gehäuse dazu entwickelt haben, die das auf die Straße bringen.

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